Bei der Strophe (von griechisch „strofi“: Wendung, Kurve, Biegung) handelt es sich um den Abschnitt eines Gedichtes, Liedes oder sonstigen lyrischen Textes. Der Begriff als solcher, als den wir ihn hier betrachten, wurde erst im 17. Jahrhundert von Martin Opitz in der deutschen Kunstlehre eingeführt.
Die Strophe gibt es in verschiedenen Formen. Dabei sind Versanzahl, die Gestalt der Verse an sich, das Reimschema und das Metrum (Versmaß) zu betrachten. Ein Vers ist hier die einzelne Zeile eines Gedichtes oder Liedes.
Im Allgemeinen nennt man eine Strophe, die aus vier Versen besteht, „Quartett“. Eine, die aus drei Zeilen besteht, wird als „Terzett“ bezeichnet und eine, die sich aus zwei Versen zusammen setzt, ist ein „Duett“. Eine fünfzeilige heißt „Quintett“ , eine sechszeilige „Sextett“ usw.
Außerdem gibt es viele spezielle Strophenmuster, die ihre eigene Bedeutung in der Dichtung haben. Einige davon sind das Distichon, die Alkäische Strophe, die Chevy-Chase-Strophe, die Volksliedstrophe, die Terzine und die Stanze. Eine genauere Erklärung jeder einzelner dieser Formen im folgenden:
- DistichonDas Distichon ist eine zweizeilige Strophe, bestehend aus einem Hexamater und einem Pentameter.
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XxxXxxXXxxXxxXIn der Antike bestand beispielsweise eine Elegie aus einer Aneinanderreihung von Distichen, in der deutschen Dichtung findet sie für erzählende, belehrende und auch elegische Gedichte Verwendung.
Heutzutage ist das Distichon nicht mehr allzu gebräuchlich. - Alkäische OdeDiese vierzeilige Odenstrophe erhielt ihren Namen durch den griechischen Dichter Alkaios. Sie ist reimlos und hat folgendes Schema:
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XxxXxxXxXxEin namhafter Verwender dieser Strophenform im Deutschen war Friedrich Hölderlin.
- VolksliedstropheDie Volksliedstrophe besteht aus den vier sogenannten Volksliedzeilen. Der Ton dieser Strophe ist leicht verhalten; besonders oft haben ihn Dichter der Romantik in ihren Schriften verwendet.
Die vierzeilige Volksliedstrophe ist die im Deutschen wohl bekannteste. Ihr Reimschema ist abab, wobei sich männliche und weibliche Versenden meist abwechseln. Ein festgeschriebenes Metrum hat sie nicht, meist ist es aber alternierend, betonte und unbetonte Silben wechseln sich also ab. Die Senkungen der Verse sind ein- oder zweisilbig.Außer dieser gibt es noch andere Formen der Volksliedstrophe, so zum Beispiel die zweizeilige, deren Verse meist vierhebig sind, oder sieben- bzw. achtzeilige Strophenformen.
- Chevy-Chase-StropheEine ebenfalls volkstümliche Strophenform ist die sogenannte Chevy-Chase-Strophe, die im 18. Jahrhundert zuerst von den Dichtern Friedrich Gottlieb Klopstock und Gleim aus dem Englischen übernommen wurde. Ihr Name kommt von einer englischen Ballade aus dem 16. Jahrhundert, anhand derer der englische Dichter Joseph Addison damals die Schönheit der Volksdichtung lobte. (In dieser Ballade geht es um eine Jagd [chase] in den Cheviot-Bergen).
Die Chevy-Chase-Strophe hat ihm Gegensatz zur Volksliedstrophe eine feste Form. Sie besteht aus vier Zeilen, ist in der ersten und dritten Zeile vier- und in der zweiten und vierten dreihebig. Die beiden dreihebigen Verse haben je an ihrem Ende eine starke Pause, die als „Ersatz“ für die hier nicht vorhandene vierte Hebung gesehen werden kann.
Wie bei der Volksliedstrophe sind die Senkungen der Chevy-Chase-Strophe ein- oder zweisilbig. Ihre Versausgänge sind durchweg männlich, was ihr eine gewisse Geladenheit verleiht. - TerzineDie Terzine ist die bekannteste Form der dreizeiligen Strophe; sie stammt aus Italien und wurde von Dante mit seiner „Göttlichen Komödie“ entwickelt.
Ursprünglich bestand jeder ihrer Verse aus elf Silben, was heute in der italienischen Dichtung immer noch der Fall ist. Im Englischen und Deutschen sind die Verse der Terzine meist im jambischen Pentameter gehalten, welcher zehnsilbig ist.
Das Reimschema der Terzine ist strophenübergreifend: aba bcb cdc … yzy z.
Besonders beliebt war sie in der romantischen Dichtung. - StanzeBei der Stanze handelt es sich um eine ebenfalls aus Italien stammende achtzeilige Strophenform, deren Reimschema abababcc ist. In der italienischen Dichtung besitzt eine Zeile hierbei 11 Silben und durchgehend weibliche Enden (Kadenzen); im Deutschen hat sich die Stanze dagegen im fünfhebigen Jambus mit abwechselnd männlichen und weiblichen Versenden durchgesetzt.
Meist ist die Stanze als Strophenform umfangreicherer Gedichte anzutreffen, da kleinere in ihr „unterzugehen“ drohen. In Italien wurde sie gegen Ende des 13. Jahrhunderts als Versmaß in der erzählenden Dichtung verwendet und später zu beherrschenden Form der klassischen Epik in italienischer Sprache.
Eine Sonderform der Stanze ist die sogenannte Siziliane mit dem Reimschema abababab, die ebenfalls aus Italien stammt, die aber im Deutschen aufgrund sprachlicher Eigenheiten wenig umsetzbar scheint.

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