Die Metapher ist ein impliziter Vergleich ohne Vergleichspartikel. Es handelt sich dabei um die Verbindung zweier Vorstellungsbereiche, die normalerweise nicht miteinander verbunden sind, aber eine konzeptionelle Ähnlichkeit aufweisen.
Man unterscheidet zwischen Bildspender und Bildempfänger; in “Mauer des Schweigens” beispielsweise ist der abstrakte Begriff “Schweigen” Bildempfänger, während das konkrete Wort “Mauer” als Bildspender dient. Die Eigenschaften des Bildspenders werden mit denen des Bildempfängers sprachlich verbunden, um ihn zu verstärken oder anschaulicher zu machen.
Einzelwortmetaphern hingegen weisen meist eine Ähnlichkeitsbeziehung zwischen dem ursprünglichen Wort und dem ersetzten Wort auf (z.B. “Quelle” für “Ursache”).
- Ein feste Burg ist unser Gott
- das lachende Tal
- des Mondes Silber
- der Flug der Gedanken

die Metapher kann als übliches Phänomen der Veränderung natürlicher Sprachen soweit führen, dass wir sie gar nicht mehr als “sprachliches Spezialverfahren” wahrnehmen. Dann nennen wir sie eine tote Metapher. Für eine solche tote Metapher kann es schwer oder unmöglich sein, Bildspender und -empfänger trennen zu wollen. Beispiele:
- jmd. hinterherlaufen
- (geistige) Umnachtung
- Erleuchtung
Ausdrücke, die heute in einer toten Metapher mehr bedeuten als ursprünglich, haben eine Bedeutungserweiterung durch Metaphorik erfahren.
Von: Maria Kempf am November 23, 2009
um 1:05 pm