Verfasst von: gedichteforentheo | November 5, 2009

Kadenz

Charakterisiert in der Metrik das Ende eines Verses, wobei in der deutschen Sprache zwischen drei verschiedenen Kadenzen unterschieden wird: Endet der Vers mit einer betonten Silbe, spricht man von einer Männlichen Kadenz. Eine unbetonte Silbe am Versende defniert die Weibliche Kadenz. Weitaus seltender finden sich Verse, die auf zwei unbetonten Silben enden. Man nennt sie Erweiterte Weibliche Kadenz.

Beispiel: (m: männlich; w: weiblich)

Nun Tell! Weil du den Apfel triffst vom Baume (w)
Auf hundert Schritte, so wirst du deine Kunst (m)
Vor mir bewähren müssen – Nimm die Armbrust – (w)
Du hast sie gleich zur Hand – und mach dich fertig, (w)
Einen Apfel von des Knaben Kopf zu schießen – (w)
Doch will ich raten, ziele gut, dass du (m)
Den Apfel treffest auf den ersten Schuss, (m)
Denn fehlst du ihn, so ist dein Kopf verloren. (w)

(Friedrich Schiller, Willhelm Tell)

Beispiel: Erweiterte weibliche Kadenz:

Tätig ihn Preisenden,
Liebe beweisenden,
Brüderlich Speisenden,
Predigend Reisenden,
Wonne Verheißenden

(Johann Wolfgang Goethe, Faust)


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